Jack's Back - Pressemitteilung
Montag 7. April 2008, Region "Schaffhauser Nachrichten"
«Jazzetera» zeigte seine Stärken auf
Ursula Noser
Im Fasskeller interpretierte der innovative Chor «Jazzetera» am
vergangenen Wochenende hinreissende Songs mit dem Jazzical: «Jack's back».
Caspar Fries spielte dabei im musikalischen Bühnenstück professionell
als Barpianist. Zwanzig Chormitglieder, ein funkelndes Instrument für die
Musik von Caspar Fries, Stammtischszenerie, Bartresen, Spielplatz, Partyleben,
Solistenpodest; choreographiert auf der nicht eben ausladenden Fassbühne
- wie würde das zusammengehen? Müssten die Figuren - mehrere in Doppelrollen
oder simultan mit Rückblenden - einander nicht dauernd den Weg abschneiden
oder die Bühnenpräsenz verbauen?
Eine volle Herausforderung für den künstlerischen Leiter Björn
Reifler wie für das Ensemble. Sie wurde so überzeugend gemeistert,
dass frenetischer Schlussapplaus in Serie den Abend honorierte: drei Zugaben
in völlig genüsslicher Atmosphäre.
Der Plot von Jack, dem vermeintlichen Heimkehrer in Annas Bar, liess Traumgespinste
platzen, eine Freundschaft zerschellen und Egoismus blank zutage treten. Vor
allem aber konnte der Chor - unter der musikalischen Leitung von Matthias Werder
übrigens fast nicht mehr als Laienchor zu bezeichnen! - seine Stärken
ausspielen. Songs aus Pop, Latin, Swing und Adaption von eingängigen Jazztiteln
gaben mit etlichen Mundarttexten der Handlung zügig Schub. Vorweg aber
überzeugten die A-cappella-Partien: ein eigentliches instrumentales Singen,
aus dem man Kontrabass wie Posaunen, Klarinetten, Gitarren oder Saxophone heraushören
konnte, dies jazzmässig mit Sologesang abwechselnd und in Zwiesprache mit
dem spielfreudigen Pianisten.
Requisiten und Gebärden hielten sich beim Auftritt des Ensembles wohltuend
in Grenzen und blieben damit wirksam. Die notwendigen Umgruppierungen gestalteten
sich durchwegs entspannt. Manche der simultanen Rückblenden - etwa diejenige
mit der schwangeren Anna - schilderten die Interpreten besonders plastisch,
andere mussten wegen der fehlenden Typ-Ähnlichkeit eher erraten werden.
Neben der Darstellungslust, die von Sentiment bis Aggression, von Small Talk
bis Transsexualität reichte, führte gesangliches Können entscheidend
zum Erfolg. Das «Fass» kam ganz schön ins Brodeln, ohne indes
unliebsam überzuschwappen. Und so ein Chor kann - was zu beweisen war -
Männer wie Frauen im berufsaktiven Alter als musischer Ausgleich zur Alltagstätigkeit
auch heute noch motivieren. Das Publikum wusste das Ergebnis zu schätzen.