Reiflertheater
Regie

Manntje; Frautje

Der Zürcher Jazzchor "Jazzcetera" zeigt Impressionen zum Märchen "Von dem Fischer un syner Fru". Personen und Besetzung

Pressetext

Zürcher Jazzchor Jazzcetera präsentiert: MANNTJE;FRAUTJE fishing for

Manntje;Frautje: so lautet die neueste Produktion des Zürcher Jazzchores Jazzcetera. Jeder kennt das Märchen vom Fischer un syner Fru. Manntje, Manntje timpe te... Das ungleiche Paar, bei dem sich die eine mit Hilfe des anderen ein Paradies zu angeln sucht und am Ende beide wieder am Anfang stehen. Der Untertitel fishing for, den Jazzcetera für ihr a-capella-Theater gewählt haben, verdeutlicht, dass es hierbei um mehr geht als nur Angeln. Fishing for compliments, so nennt man das Verhalten einer Person, die nach Komplimenten hascht. Denn damit fängt alles an. Manchmal. Ma(n)n/Frau sucht nach Anerkennung. Nach Respekt. Dann Einfluss und Reichtum. Und schliesslich Macht und Kontrolle. Was harmlos beginnt in einer partnerschaftliche Beziehung, kann sich schnell zum Spiel der Kräfte und Mächte entwickeln. Was des einen Schwäche, kann des anderen Werkzeug werden. Und wer sich unterdrücken lässt, ist ebenfalls schuldig. Aber manchmal geht es ja auch gut aus.

Nach ihrer letzten Produktion //BlueBleuBlau// hat sich Jazzcetera dieses Mal das Phänomen partnerschaftlicher Beziehungen zum Thema gemacht und bringt es in einer anspruchsvollen und unterhaltsamen Vorführung auf die Bühne. Unter der musikalischen Leitung von Gabriela Schöb und der Regie von Björn Reifler wurde das Märchen vertont und chor-eografiert. Jazzcetera liefert ein facettenreiches Stimmungsbild der Beziehungen zwischen Mann und Frau und Frau und Mann. Bekannte Arrangeure und Komponisten wie Stefan Eschmann, Bettina Tuor oder Urs Pfister haben Jazzstandards neu interpretiert und dem zwanzigköpfigen Chor auf den Leib geschneidert. Die Musik passt wie die Schuppen auf den Fisch. Schillernd, vielschichtig, bewegt und in ihrer Art kaum zu fassen.

Geplant sind insgesamt 12 Aufführungen im Herbst 2005 in Zürich, Schaffhausen, Winterthur, Zug und Umgebung. Die Premiere wird Ende September 05 sein.

Zum Stück

„Manntje; Frautje“ zeigt Interpretationen des Märchens „Von dem Fischer un syner Fru“: Der Fischer sitzt eintönig am Meer und angelt, und seine Frau hockt zuhause in ihrer erbärmlichen Hütte, die sie „Pisspott“ nennt. Mit markanten Strichen zeichnet dieses Märchen die Situation eines beziehungslosen Paars, die uns auch heute nicht fremd ist. Aber dann tritt das unerwartete Ereignis ein: Der Fischer zieht einen sprechenden Butt aus den tiefen des Seelenmeers, wirft ihn aber schnell wieder rein. Doch seine Frau, die Ilsebill, will nicht so, wie er wohl will. Und damit kommt die Sache ins Rollen. Ilsebill entwickelt immer masslosere Wünsche, die Natur bäumt sich auf und der Mann wird zur lächerlichen Figur. Auch das alles ist heute nicht so fremd.

Die Erzählerin führt schrittchenweise in das Märchen ein – der Chor interpretiert. Über das ganze Stück hinweg können fünf Pärchen beobachtet werden, die dem Fischer und seiner Frau nicht unähnlich sind; nur die Zeit hat sich geändert. Fünf Beziehungen die nach der anfänglichen Romantik (Night and day) in den Strom des heutigen Alltags geraten (Fascinating rhythm); bis eine dritte Person in ihr Leben tritt. Heimliche Wünsche beginnen sich zu regen (God bless the child), niemand kann jedoch dem Teufelskreis der Paarbeziehung entrinnen (Think).

Themen des Märchens werden an der jeweils prägnanten Stelle aufgegriffen und in unsere Zeit und auf unsere Paare übertragen: Bewunderung (Satin Doll), Einsamkeit (Misty), die Frau in der Männerwelt (The lady’s a tramp) und die Macht und Ohnmacht im Beziehungsverhältnis (Macht)...

Der Partner wird fremd, die Partnerin bleibt unerkannt. What is this thing called love?

Der Fischer und seine Ilsebill landen zum Schluss im alten “Pisspott”; finden unsere Paare eine Lösung?

Kursiv = Songtitel aus unserer Produktion

Zur Musik

jazzcetera, der Name des Chors ist auch in der diesjährigen Produktion Manntie-Frautje Programm. Das Gewicht liegt bei „Manntje-Frautje“ musikalisch wieder mehr auf dem Jazz als auf dem „cetera“, wie dies im vergangenen Programm „blue-bleu-blau“ der Fall war.

Das Märchen vom Fischer und seiner Frau, das so ausgiebig verschiedenste Situationen aus Paarbeziehungen beleuchtet, sollte auch in musikalischer Hinsicht von „Grundlegendem“ dargestellt werden. Der Rückgriff auf Standards, die jede nur denkbare Situation einer Paarbeziehung musikalisch und textlich abhandeln, bot da vielfaltige Möglichkeiten. Die Texte dieser Standards, bereits zum „Allgemeingut“ zu rechnen, erlauben so Kommentare, gewissermassen aus unpersönlicher Distanz, zu machen. In der Einheit mit der Melodie, werden die Standards für so viele zu „ihren Songs“. Genau darauf zielt die Musik in unserem Projekt ab: Alle hören dasselbe, jede und jeder empfindet etwas anderes dabei und identifiziert sich mit seiner/ ihrer persönlichen Variante von Musik und Geschichte.

So sind die von jazzcetera bestellten Arrangements und Kompositionen von namhaften Schweizer Komponistinnen und Arrangeuren (Bettina Tuor, Stefan Eschmann, Urs Pfister, Michelle Chaperon) eine persönliche Interpretation bekannter Standards, speziell für den Kontext des Märchens vom Fischer und seiner Frau geschaffen. Die anspruchsvollen vier- bis sechsstimmigen Sätze studiert der Chor auch diesmal a cappella ein. Für die Aufführungen wird – als zusätzliches Element ein Bassinstrument dazu kommen, das sowohl den Chor begleitet als auch eine eigenständige musikalische Rolle übernimmt, indem es musikalische Kommentare abgibt, Stimmungen vermittelt und vertieft und somit auch in einen Austausch mit der Erzählerin tritt.

zur Reservation und den Aufführungsdaten

Pressebericht

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