Reiflertheater
Regie

Spiled wiiter (Play on)

von Rick Abbot

Aufführungen im Jahre 2004 mit der Theatergruppe Schiiwerfer in Greifensee

Das Stück

"Was macht man mit einer untalentierten, eigensinnigen Theatergruppe? Genau! Man setzt ihnen ein durch und durch kitschiges Stück vor, dessen Titel eindeutig ein Plagiat einer bekannten Verfilmung des Krimis "Murder Most Foul" ist, inklusive der änderungswütigen und nie zufriedenen Autorin und voilà - ist die Katastrophe perfekt!" So oder ähnlich könnte das Motto des Stücks "Play on!" von Rick Abbot lauten, denn hier läuft mehr oder weniger alles schief was während den Vorbereitungen für ein Theaterstück schief laufen kann. "Three days before dress rehearsal" können die Schauspieler noch immer ihren Text nicht, was jedoch letztendlich egal ist, denn Autorin Phyliss schneit während der Generalprobe sowieso noch einmal herein, um zu verkünden, sie habe so gut wie die gesamte Handlung von "Murder Most Foul" geändert, "weil es einfach nicht gut genug war!" Zu allem kommt, dass die Kostüme immer noch nicht richtig passen, wichtige Soundeffects im letzten Moment durch eine perfektionistische Autorin zerstört werden und sich allgemein alles nur um winzige Details wie den passenden Namen für das ach-so-wichtige Juwelencollier oder die richtige Formulierungen innerhalb der gespielten Dialoge dreht, denn schließlich soll es sich ja nicht anhören "as if it belongs beside the liverwurst"! Der immer näher rückende Aufführungstermin und die immer noch anherrschende Untauglichkeit der Schauspieler sowie des Stückes an sich, wird währenddessen oft verdrängt, und wenn doch einmal daran erinnert wird, verfallen alle in akute (und durchaus berechtigte!) Hysterie, sodass Regisseurin Gerry ihre Pappenheimer mehr als einmal zur Vernunft rufen muss und mit einem "Take a deeeep breath!" zu beruhigen versucht. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", und so wird der Aufführungstermin am nächsten Abend letztendlich doch nicht abgesagt, und die Schauspieler geben ihr Bestes - ohne die eine oder andere kleinere Katastrophe verhindern zu können...

Die Inszenierung

Die Jugendlichen des Theaters "Schiiwerfer" in Greifensee spielen die leicht gekürzte und auf Schweizerdeutsch übersetzte Version von "play on".

Die Bühne ist in zwei Teile geteilt; einen hinteren Aufenthaltsraum und einen vorderen Bühnenraum. In beiden Teilen agieren und reagieren die ausgearbeiteten Figuren während des ganzen Stücks. Im Verlauf der drei Akte werden von der Bühnenarbeiterin Andrea immer mehr Wandelemente eingebaut. Der Aufenthaltsraum verschwindet somit aus dem Blickfeld des Zuschauers, so dass für die eigentliche Aufführung des geprobten Stücks "Ein höchst abscheulicher Mord" nur noch der vordere Teil der Bühne mit einer kitschigen Kulisse sichtbar ist.
Der Erarbeitung der Figuren und deren Beziehung untereinander wurde besonderen Wert beigelegt. Es entstehen ausgereifte Charakterköpfe und eine Fülle von persönlichen Verknüpfungen, welche die Verwirrungen des Stücks unterstützen.

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Pressebericht